Simone Engelmann 11:42 November 18, 2017 Kommentare sind deaktiviert

Trauer & Veränderung mit Phytotherapie

Naturheilkundliche Begleitung bei Tod, Trennung oder Abschied

Anregungen + Rezepte für die dunkle Jahreszeit

Für die Kelten begann der neue Jahreszyklus im November zu Samhain, was bedeutet Jahresende, Zeit der Sammlung. Die kraftlose Sonne verschwindet ins Reich der Frau Holle, es ist Totenzeit. In der Samhain-Nacht schwärmen die Totengeister aus und betteln um milde Gaben und Speisung. Wenn man ihnen etwas gibt, dann segnen sie die Lebenden und werden zu dankbaren Toten, wenn man es ihnen verweigert, dann werden sie spuken und Schabernack treiben. Das altheidnische Fest lebt weiter in Allerseelen, Volkstrauertag und anderen Totengedenktagen. So erklärt uns diese dunkle, kalte, oft trübsinnige Jahreszeit Wolf-Dieter Storl in seinem Buch „Die alte Göttin und ihre Pflanzen“
Diese dunklen Geister sind auch alle Wesen, Gedanken, Gefühle, die wir nicht anschauen und achtsam verabschiedet haben.

Jetzt ist unsere Zeit, in der wir in die Tiefe eintauchen, das Sterben, Verabschieden und Veränderung zulassen, uns mit der Vergänglichkeit auseinandersetzen, den Sterbeprozess in der Natur sehen und im Inneren mit Zurückziehen und Meditation spiegeln.

Peter und Gudrun Germann beschreiben, dass Geburt und Sterben in allen früheren Kulturen eine zentrale Rolle des Daseins bildeten. Im Gegensatz zu heute wurden beide Vorgänge als natürliche Prozesse angesehen und sowohl in das tägliche Leben als auch in die religiöse Abläufe integriert. So zeigt sich zum Beispiel die Erfahrung von Reue bei Sterbenden als lehrreich, um sich dem Thema der eigenen Vergänglichkeit zuzuwenden und rechtzeitig sich damit auseinander zu setzen. Wie reflektieren wir unser Leben? Machen wir uns Gedanken über Handlungen oder Unterlassungen, die wir später bereuen? „Warum habe ich mir nicht erlaubt, glücklicher zu sein?“, steht an erster Stelle der Reue bei Sterbenden (siehe dazu 5 Dinge, die Sterbende bereuen von Bronnie Ware). Was für hilfreiche Anregungen und damit auch ein Schlüssel, um dem eigenen Sterben und der Begleitung von Sterbenden mutig entgegen zu sehen! Vor allem um es heute zu ändern, damit wir später nicht bereuen

Wie können uns Heilpflanzen bei Sterbeprozessen begleiten?
Der Prozeß des Abschieds zehrt an unseren Reserven. Um sich selber etwas Gutes zu tun und wieder Kraft zu tanken, kann ein entspannendes Kräuterbad und eine unterstützende Teemischung wahre Wunder tun.
Als konkrete Hilfe für Sterbende können wir viele begleitende Symptome mit Heilpflanzenanwendungen lindern. Bei Befindlichkeitsstörungen wie Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit, Blähungen erreichen medikamentöse Therapie nach den Erfahrungen von Germann selten die Wirksamkeit von Heilpflanzenanwendungen. Die Verabreichung kann auf unterschiedliche Art und Weisen erfolgen als Tee, in Tabletten- oder Tinkturform, als Aromatherapeutikum, zur äußeren Anwendung als Salbe oder sonstigen Einreibungsdarreichungen und zur Verräucherung.
Einen ausführlichen Artikel zum Buch „Begleitung am Lebensende“ von Peter Germann finden Sie im nächsten Wildpflanzenmagazin:/www.essbare-wildpflanzen.de/magazin.html

Das Interview mit Wolf-Dieter Storl bei Heilkräfte der Natur macht Mut, Abschied zu nehmen, immer wieder neu zu beginnen, seinem innerem Ruf treu zu bleiben und Vertrauen in die Zukunft zu haben. Lassen Sie sich außerdem das Interview zum Thema Abschied mit Peter + Gudrun Germann nicht entgehen! Die hilfreichen Anregungen können Sie hier bestellen:

Beide Interviews im Wissenspaket 2 bei Heilkräfte der Natur:

Viele Gelegenheiten zum Zurückziehen + Hinschauen, eine warme Badewanne und unterstützenden Tee wünscht Ihnen
Ihre Simone Engelmann

Hier noch einige Rezepte:

Angst ist oft ein zentrales Thema der Sterbenden und auch Begleitenden. Der „Entspannungs-Tee“ kann dabei helfen:
30 g Melissenblätter (Folia Melissae)
30 g Johanniskraut (Herba Hyperici)
10 g Baldrianwurzel (Radix Valerianae)
10 g Angelikawurzel (Radix Angelicae)
20 g Pomeranzenschalen (Pericarpium Aurantii)
Zubereitung:
1-2 Teelöffel der Mischung werden mit heißem Wasser übergossen.
Während der Ziehzeit von 10 Minuten wird die Tasse abgedeckt.
Über den Tag verteilt werden idealerweise 2-3 Tassen getrunken.
Situativ kann er natürlich auch häufiger angewendet werden.
Anwendungsempfehlung:
– Angst
– Unruhe /Nervosität
– Überreiztheit
– Schlafstörungen

Als Aromapflegemischung bietet sich dazu auch „Geborgenheit“ an.
50 ml Mandelöl (Prunus dulcis)
1 Tr. Narde (Nardostachys jatamansi)
3 Tr. Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
2 Tr. YlangYlang extra (Cananga odorata)
4 Tr. Melisse 30% (Melissa officinalis)
2 Tr. Neroli 10% (Citrus aurantium amara)
Gerade im Bereich Angst kann jedoch die wirksamste Mischung eine Individualmischung sein mit den Lieblingsdüften ihres Angehörigen.