Simone Engelmann 09:34 Juli 25, 2018 Kommentare sind deaktiviert

Ölziehen – eine traditionelle Entgiftungsform – mit Kräutern besonders wertvoll

Warum vergisst man oft das Einfache, Naheliegenste und so Wohltuende? Das Ölziehen, d.h. „Ölkauen“ war längere Zeit meine tägliche Praxis mit positiven Effekten und dann verschwand es im Wust der Alltagsaufgaben. Jetzt kam es mir wieder in Erinnerung durch das empfehlenswerte Buch „Naturheilkunde für die ganze Familie“ und mit frischen Impulsen wird jetzt wieder als Morgenritual Öl geschlürft.
Laut Ayurveda soll das Ölziehen nicht nur die Mundgesundheit sondern auch das Allgemeinbefinden verbessern. Es soll bei Kopfschmerzen, Migräne, Diabetes, Asthma und Akne helfen sowie die Zähne aufhellen können. Außerdem wirkt es sich positiv aus bei Erkrankungen des Blutes, Herzens, Nieren, Leber, Magen-Darm-Traktes, grippale Infekte uvm. Doch auch wenn diese Wirkungen nur durch persönliche Erfahrungen belegt sind, so liegen in Bezug auf die Mund- und Zahngesundheit  Studien vor. Es hilft bei Zahnfleischentzündungen, Parandontitis, Mundgeruch, Mundtrockenheit, spröden Lippen und sogar bei Zahnschmerzen.

Nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen – also auch keinen Schluck Wasser trinken – nehme ich einen Esslöffel meines Bio-Lieblingsöls in den Mund. Jetzt spüle ich das Öl mit geschlossenem Mund saugend, schlürfend, schmatzend 10 – 20 Min. hin und her. Natürlich mache ich zwischendurch mal eine Pause zum Einwirken. Dies ist übrigens auch eine wunderbare Übung für die Wangen- und Kiefermuskeln und baut dort Spannungen ab.

Legen Sie auf gar keinen Fall Ihren Kopf zum Gurgeln in den Nacken. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie nichts von der Flüssigkeit schlucken, da darin jene Gifte und Bakterien sind, die Sie ja loswerden möchten.

Die Gurgelzeit nutze ich zum Aufräumen, Anziehen, Herrichten des Frühstücks und kann so ganz nebenbei auch äußerlich Ordnung schaffen. Nach der Anwendung unbedingt das Öl in ein Tuch oder direkt in den Biomüll spucken: Nicht in das Waschbecken oder Toilette, denn es verstopft die Rohre und ist außerdem toxisch für unser Wasser. Dann mit frischem Wasser mehrmals ausspülen und Zähne putzen. Dazu tauche ich die Zahnbürste einfach in dickes Kokosöl und anschließend in Kurkumapulver und schon ist das Zahnputzpulver fertig. Macht den Mund antibakteriell und die Zähne wunderbar weiß – einfach ausprobieren!

Welches Öl ist dazu besonders zu empfehlen?

Da ich regelmäßig feine Öle mit Kräutern für meine Kosmetik und die Küche ansetze, habe ich immer eine große Auswahl. Kalt gepresstes Sesamöl, Sonnenblumenöl oder Kokosöl – alle in Bio-Qualität – sind meine Lieblinge. Alle drei überzeugen mit hervorragenden antibakteriellen Fähigkeiten. Sesamöl und Kokosöl weisen darüber hinaus auch entzündungshemmende Eigenschaften auf. In diese Öle gebe ich gerne einige Kräuter wie Schafgarbe, Pfefferminze, Salbei, Thymian, Rosmarin uvm. und lasse diese ausziehen. Gehen Sie einfach nach Ihrem Geschmack und Intuition– das wirkt immer!

Wenn Sie mit dem Ölziehen anfangen, kostet es vielleicht etwas Überwindung am frühen Morgen. Daher immer einen Lieblingsgeschmack an Öl nehmen und vielleicht mit einer kleineren Menge starten und auch die Zeitspanne langsam erhöhen.

Diese Entgiftungspraxis kam durch die Inspiration des Buches „Naturheilkunde für die ganze Familie“.  Noch ein Buch über Naturheilkunde? Will ich das wirklich lesen? Die feine Aufmachung des Buches aus dem Freya Verlag mit vielen Bildern von der bekannten Autorin  Dr.  Petra Maria Zizenbacher verführt mich dann doch  zum Schmökern. Es wurde eine kurze Nachtruhe, da ich es nicht mehr weglegen wollte…

„Krankheiten drücken aus, dass der Körper aus der Balance gefallen ist. In der heutigen Medizin wird, der „Gordische Knoten mit dem Schwert durchtrennt, um das Problem zu lösen. Somit sind dann alle Fäden kaputt und man kann den Faden, der den Gordischen Knoten ausgemacht hat, nie wieder verwenden. Der Weg zur Lösung wurde damit nicht beschritten, die Lösung wurde in der Zerstörung gesucht. Heute leben wir in einer Welt, in der wir meistens nicht mehr wissen, wie man ein Problem ohne Zerstörung lösen kann. Wenn ein Organ krank ist, wird es herausgeschnitten, bestrahlt, mit Medikamenten „am Laufen gehalten“. Man beachtet nicht, welche Kollateralschäden durch solche Maßnahmen entstehen. Es wird suggeriert, dass die Lebenserwartung steigt. Dr. Zizenbacher stellt fest, dass nur Menschen, die sich aktiv um ihre Gesundheit bemühen, nachhaltig gesunden.“

Der Körper als Reparaturmaschine… Wir müssen wieder lernen Zusammenhänge zu erkennen und selbstbestimmt Verantwortung für uns zu übernehmen. Die Autorin beschreibt Fallbeispiele aus ihrer Praxis und Heilung durch Umstellung der Ernährung, Entgiftung, Seelenerforschung und Zusammenhänge erkennen.  Ihre Geheimtipps sind – natürlich neben Heilpflanzenanwendung – tägliches Körperbürsten, Rödern, Ölziehen, Fasten und zusammen mit einem Heilpraktiker Aderlass, Hydro-Colon-Therapie und Schröpfen. Genau Anleitungen dazu im Buch, das in 4 Teile gegliedert ist: Beschwerden/Erkrankungen, Körperteile/-funktionen, Naturheilkundepraxis, Heilpflanzenporträts.

Die Gedanken und der Ansatz zum Thema Gesundheit von Dr. Zizenbacher sind stimmig, machen Lust, sich auf Ihre vielen Praxis-Erfahrungen einzulassen und schenken viele Argumente für den Einsatz unserer geliebten Heilpflanzen . Diese unterstützen uns beim Gespräch mit Freunden, Hilfesuchenden und natürlich bei eigenen gesundheitlichen Beschwerden.

(Freya-Verlag ISBN 978-3-99025-334-2, 34,90 € Dr. Med. univ. Petra Maria Zizenbacher)