Svenson 17:22 August 15, 2019 Kommentare sind deaktiviert

Männerzeiten – Naturheilkunde für die besten Jahre

Ephraim Kishon rät: Frauen sollten heiraten, Männer nicht…. Wie’s trotzdem geht, sich zu verstehen und zusammen GESUND alt zu werden, erklärt uns Peter & Gudrun Germann im neuen Buch „Männerzeiten – Naturheilkunde für den Mann in den besten Jahren“

Das Buch erweist mir gleich wunderbare Dienste: mein Mann entdeckte seinen Traum zu einem Cabrio – er geht auf die 70 zu! – und kaufte dieses mit einem fälligen Bausparvertrag. Von diesem Traum wusste ich bis dahin nichts und das Geld wäre doch so gut für unsere anderen finanziellen Baustellen gut gewesen….

Peter & Gudrun Germann ist eine wunderbare Erste-Hilfe –Verständnis-Apotheke mit ihrem neuen Buch „Männerzeiten“ gelungen. Es beschäftigt sich auf witzige Weise mit den Beschwernissen des Mannes um die 60. Damit sich der Weg durch die Männerzeit nicht zu steinig und dornenübersät erweist, ist das Buch voll mit  Rezepturen aus der Naturheilkunde. Er erklärt uns humorvoll den bewegten Mann zwischen Harley und Rollator, denn die sogenannten besten Jahre des Mannes sind oftmals geprägt von einer inneren Zerrissenheit. Sich entscheiden zu müssen zwischen Brunft und Vernunft und zwischen Rennrad und Rollator bringt viele Männer in eine seelische Krise. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass in der Traditionellen Chinesischen Medizin die Prägungsphasen der Frau in Siebener-Jahresschritten gehen –  z.B. 7 x 7 ist Zeit des Klimakteriums – beim Mann in Achter-Schritten, somit ist das Klimakterium mit 8 x 8 erst mit 64. Zwischen dem 55 und 65. Lebensjahr fallen die Männer oft nochmals in eine postpubertäre Phase, dazu gehören als Außenwirkung die Harley-Davidson oder das Sportauto, das Drachen-Tattoo, Rockmusik oder die jüngere Geliebte.

Alleine schon das Vorwort von Wolf-Dieter Storl  ist ein wahrer Lesegenuss!  So erklärt er, dass wie uns die Natur jedes Jahr vormacht „Alles was entsteht, vergeht auch wieder“.  In der ersten Jahreshälfte keimt, wächst und entfaltet sie sich, baut Biomasse auf, in der zweiten Jahreshälfte verblühen, versamen sich die Pflanzen, sie welken, verdorren und werden von den abbauenden Organismen (Pilzen, Schnecken, Insekten) angenagt, abgetragen und aus dem Dasein befördert.

So ist es auch beim Menschen in der zweiten Lebenshälfte zwickt und zwackt es im Körper, die Vitalität nimmt ab. Früher nahm man dieses Los eher stoisch und gelassen hin, doch heute gilt „Forever young“. Das Älterwerden ist nicht nur ein biologisches Faktum, sondern hat eine kulturelle Dimension. So gehen andere kulturelle Traditionen anders mit biologischen Tatsachen um. W.-D. Storl beschreibt dazu die Weisheit der Pueblo-Indianer, Bantu-Völker,  der konfuzianischen Kultur Chinas und die Lebensstadien nach der Tradition Indiens. Wie hilfreich ist sein Hinweis auf die Lenkung der Energie im Körper, um den altersgemäßen Platz im Leben auszufüllen. So beschreibt er, dass in den ersten Lebensstadien, in denen man um seinen Platz im Leben kämpft und sich sexuell fortpflanzt, die unteren Chakren eine wichtige Rolle spielen. In den späteren Lebensstadien versucht man die Kundalini-Energie mit Hilfe des Yogas und der Meditation in die oberen Chakren zu leiten, damit das Ziel des Lebens, die Verschmelzung mit dem Göttlichen erreicht werden kann.

Peter Germann beschreibt den heutigen Leistungsdruck mit viel Humor: Was im Tierreich der Platzhirsch ist, der seinen Kühen die besten Weideplätze bieten kann, ist bei den Menschen der Mann mit dem dicksten Konto und den meisten beruflichen Beziehungen. Natürlich werden Frauen auch diesen Mechanismen ausgesetzt, aber vom Mann sind Stressbewältigung und das kontinuierliche Erklimmen der Hierarchieleiter mehr erwartet. Was sich unter Stress zuerst ausbrennt sind die Nebennierenrinden und deren natürliche Hormonproduktion. Frühe Warnsignale können chronische Müdigkeit, Energiemangel und Motivationsverlust sein.

Der Sitz der Lebensenergie ist in gut funktionierende Nieren. Sie regeln die Kälte- und Wärmeprozesse im Körper und sind nach der östlichen Medizin der Sitz des Qi, das mitverantwortlich für die Entwicklung, Reproduktion und Schnelligkeit des Alterungsprozesses ist. Die Nierenenergie regiert somit Willenskraft, Ausdauer, Mut und Ängste und die sexuelle Energie. „Es geht uns etwas an die Nieren“ meint oft zwischenmenschliche Probleme und seelische Erschütterung, auch Dauerstress, Unzufriedenheit und Wirkweise bestimmter Medikamente.

Hildegard von Bingen gibt die Nierenmassage mit Weinrautensalbe und Wermutkur als Heilmittel

Hier die Rezepte:

Nierenmassage mit der Weinrautensalbe: Sie regt die Niere zur Ausscheidung und Entgiftung an

20 g Weinrautenblätter

20 g Wermutblätter

5 Tropfen Rosenöl

50 g Bärenfett

Die noch grünen und frischen Weinrauten- und Wermutblätter werden zu einem Brei verrieben und mit Rosenöl und Bärenfett zu einer Salbe vermischt. Mit dieser Salbe werden die Nieren in rhythmischen Bewegungen ca. 15 Min. lang einmassiert. Sie empfiehlt dazu einen offen Kamin mit Ulmenholz oder für unsere Zeit eine Rotlichtlampe.

Wermutkur:

Das Wermutelixier wirkt gege Schwächen. Die Kombination ais Wermut, Honig und Wein sorgt für eine gute Durchblutung sämtlicher Organe. Die Schleimhäute werden befeutet und Ablagerungen beseitigt. Es aktiviert sämtliche Körperfunktionen, schützt vor Alterungserscheinungen und stärkt gegen Belastungen im Alltag:

Zubereitung: 50 ml Wermutfrühlingssaft (die frischen Frühlingsblätter) in 1 l siedendem Wein mit 150 g Honig gießen, sofort vom Herd nehmen, abseihen und steril abfüllen. Jeden 2. Tag ein Likörglaus nüchtern trinken. Eine Kur kann so über ein halbes Jahr durchgeführt werden.